BÜRO
FÜR UNTERSUCHUNGEN DER SELBSTWAHRNEHMUNG Jeder Mensch hat eine Vorstellung von seiner
Erscheinung: Ein Bild von sich. Dieses Bild hat sich entwickelt und aktualisiert
sich ständig
allein aus technischen Bildern: Spiegelbildern, Fotografie- und Filmbruchstücken,
welche auf Grund Ihrer geringen Quantität eine sehr fragmentarische
Selbstwahrnehmung erzeugen. Diese wiederum ist ohnehin durch Emotionalität
verklärt und verzerrt noch einmal das geahnte Bild seiner selbst.
Um die Erinnerungsbilder des Selbst aufzudecken werden im „Büro
für Untersuchungen der Selbstwahrnehmung“ Untersuchungen vorgenommen:
In einer Büro-Szenerie im Austellungsgeschehen haben die Besucher
die Möglichkeit, mit Hilfe einer technischen Assistentin Phantombilder
von sich selbst zu erstellen.
Der Außenstehende kann im Wartebereich dem Untersuchungsgeschehen
auf zwei Bildschirmen folgen: Auf den einen wird das Gesicht des Probanden
live übertragen. Auf dem anderen Bildschirm verfolgt der Zuschauer
den gespiegelten Verlauf der Bildfindung im Phantombildprogramm.
Unserer Erfahrung nach wird sowohl das Angebot, ein Bild von sich zu erstellen
als auch dasjenige im Wartebereich zuzuschauen gern und geduldig vom Publikum
angenommen. Die Phantombildfindung erweist sich oft als schwieriger als
erwartet und ist unserem Ermessen nach zum einen sicherlich mit zeichnerischen
Vorkenntnissen in Zusammenhang zu setzen. Auf der anderen Seite ist die
Persönlichkeit des Probanden selbst diejenige, die das Tempo des Prozesses der Bildfindung bestimmt.
Das Ziel des Büros für Untersuchungen der Selbstwahrnehmung
liegt ausdrücklich nicht in der Produktion von Bildern, sondern es
liegt im Inszenieren der oben genannten Prozesse. Darum werden bereits
abgeschlossene Untersuchungen nur nachlässig auf Ausdrucken dokumentiert.